Verordnungen

§1

Alle Macht, auch die des OB und des Bürgermeisters, geht ab dem heutigen Tag auf seine Tollität und ihre Lieblichkeit über.

§2

Alle Häuser und Strassen sind mit bunten Farben prachtvoll zu schmücken.

§3

Frauen, die einem männlichen Mund, den Kuss verweigern, werden bis Aschermittwoch zu Brot und Wasser verbannt.

§4

Vernimmt ein närrischer Untertan, Klänge rheinischer Musik, hat dieser sofort seinen Körper in Schunkelbewegungen zu bringen.

§5

Die Polizeistunde wird aufgehoben. Vor Tagesanbruch hat sich niemand nach Hause zubegeben. Zur persönlichen Sicherheit werden scharfe Häuserecken und sonstige markanten Punkte mit Lampen versehen, damit die Gesichtsfassade nicht verletzt wird.

§6

Betten, die während der Karnevalszeit unbenutzt sind, dürfen vermietet werden und der Reinerlös ist in die Prinzenkasse zu entrichten.

§7

Banken bleiben Tag und Nacht geöffnet, damit den Narren das Geld nicht ausgeht. Im Gegenzug bleibt die Stadtkasse bis Aschermittwoch geschlossen, damit keine Steuern gezahlt werden können.

§8

Um kannibalismus vorzubeugen, werden die leckeren Amerikaner für die närrischen Tagen, in Prinzentaler umbenannt.

§9

Uniformierte und Kostümierte werden ab sofort bis Aschermittwoch in allen Gaststätten bevorzugt.

§10

Arbeitgeber haben Rücksicht auf Ihre närrischen Mitarbeiter zu nehmen.

§11

Die Politessen haben ab heute, anstatt Protokolle, Biergutscheine zu vergeben, die in jeder Gaststätte eingelöst werden können. Die Kosten hierfür trägt die Stadtkasse.